Hast Du das auch schon erlebt?

Du machst einen Fehler und bist jetzt unzufrieden mit Dir? Du schämst Dich, machst Dir Vorwürfe oder hasst Dich selbst dafür?

Aber warum ist das so? Ganz einfach! Wir wurden darauf trainiert. Nicht vorsätzlich, aber sehr kontinuierlich und lang genug, dass wir Fehlermachen regelrecht fürchten. Lieber verzichten wir darauf Neues zu erleben, neue Bekanntschaften zu machen und unser Potential voll auszuschöpfen.

Wie konnte es dazu kommen?

Nun, bis wir 20 Jahre alt sind, haben wir über 150.000 mal „Nein“ und „Das darfst Du nicht“ gehört. Dazu waren nicht nur unsere Eltern meistens darauf bedacht, dass wir keinem zur Last wurden, nicht „negativ“auffallen. Das Schul- und Bildungssystem lehrte uns, dass wir gute Noten, Lob, Anerkennung und Belohnung nur dann bekommen, wenn wir fleißig sind und vor allem fehlerfrei. Sicherlich hat man uns die eine oder andere Schlappe verziehen. Aber worauf es uns ankam, Anerkennung, Liebe, bekamen wir nur, wenn wir fehlerfrei waren. Wenn wir nicht wegen einer „dummen Frage“ ausgelacht werden wollten, dann ließen wir unseren Finger lieber unten. Wir brachten uns lieber nicht zu oft im Schulunterricht oder in Vorlesungen ein, weil wir Furcht davor hatten uns zu sehr in den Vordergrund zu drängen. Wir hatten Angst davor etwas Falsches zu sagen, uns zu blamieren.

Wir wurden konditioniert.

Alles in allem wurden wir also unsere gesamte prägende Kindheit und Jugend darauf „trainiert“ Fehler zu vermeiden, angepasst und lieber unauffällig zu sein. Doch damit nicht genug. Für die meisten Menschen ging es danach auf der Universität, in der Ausbildung und in unseren ersten Jobs so weiter. Bloß nichts falsch machen! Bloß keine eigenen Ideen einbringen, bloß nicht auffallen und niemandem widersprechen. „Unter dem Radar fliegen“, war die Devise.

Lehrjahre sind keine Herrenjahre.

Das mag zwar stimmen, aber wann bitte sollen wir denn anfangen uns einzubringen, eigene Erfahrungen machen, Neues ausprobieren und zu einer selbständigen Persönlichkeit heranreifen?

Danach wurde und wird immer noch viel zu selten gefragt. Klar, für viele Eltern, Lehrer und Vorgesetzte ist es ja auch viel einfacher ruhige, angepasste und fleißige Menschen unter sich zu haben. Selbständige Persönlichkeiten und eigene Lösungswege zuzulassen oder gar zu fördern wäre ja unnötig anstrengend. Wäre ja alles auch gar nicht so schlimm, wenn die Gesellschaft und viele Unternehmen nicht gleichzeitig permanenten Fortschritt und Innovationen fordern würden. Spätestens jetzt stehen wir vor einen eindeutigen Widerspruch. Denn in Wirklichkeit brauchen wir in der westlichen Welt nichts dringender als Querdenker, kreative Geister, selbständige Persönlichkeiten und Unternehmer, die die Entwicklung von Gesellschaft und Wirtschaft vorantreiben. Die Zeiten in denen wir uns auf Rohstoffe oder/oder eine hochqualitative Produktion zurücklehnen können sind vorbei. (Randnotiz: Wir müssen unbedingt in Schule, Bildung und Menschen investieren!)

Was kannst Du jetzt tun?

Spätestens jetzt solltest Du wissen, was uns sehr oft davon abgehalten hat Selbständigkeit und Erfolgseigenschaften auszubilden. Eigene Positionen zu beziehen und nach neuen Lösungen zu suchen sind in der heutigen Zeit jedoch entscheidend. Um so mehr Personen Innovationen vorantreiben, um so größer ist der Nutzen. Die Zeiten von Universalgenies und einzelnen genialen Geistern liegen hinter uns. Heute hängt die wissenschaftliche Entwicklung fast ausschließlich von Teams ab. Wir sollten uns als zu Netzwerken zusammenschließen, in denen jeder seine individuelle Kompetenz in den Dienst von Gemeinwohl und Innovation stellt.

Viele Interviews von erfolgreichen Menschen betätigen immer wieder aufs Neue, dass die Fähigkeit und der Mut zum Fehlermachen entscheidend für deren Erfolg sind. Denn nur, wenn Du bereit bist, Fehler zu machen, kannst Du daraus lernen und mit regelmäßigem Training stetig besser darin werden aus Krisen, Scheitern und Misserfolgen zu lernen und das Gelernte immer rascher umzusetzen. Fehler zu machen, daraus zu lernen und Dich dann zu verbessern ist wie ein Muskel, der trainiert werden kann. Und ich wiederhole mich gerne:

Fehlermachen, daraus zu lernen und zu wachen ist wie ein Muskel, der trainiert werden kann.

Jetzt möchte ich Dich keinesfalls dazu anregen zum Borderliner zu werden, also nach Grenzerfahrungen  und Extremsituationen süchtig zu werden. Es geht auch nicht darum, jetzt andauernd vorsätzlich Fehler zu machen oder schlimmer noch ständig Fehler zu wiederholen. Auf keinen Fall möchte ich Dich dazu motivieren, Dich nun in blindem Aktionismus in Übermut zu üben und in Gefahr zu begeben!

Mir geht es lediglich darum, Dir Mut zu machen, neue Dinge, die Dich interessieren auszuprobieren oder auch mal nach anderen Lösungen Ausschau zu halten. Ich würde mich freuen, wenn Du Dich wieder traust etwas auszuprobieren, auch auf die Gefahr hin, dass es Dir nicht schmeckt, nicht gefällt oder Du es hinterher als den falschen Weg erkennst. Warum schreibe ich, dass Du Dich wieder trauen sollst? Ganz einfach: Als wir Kleinkind waren, war es für uns ganz normal offen und neugierig in die Welt aufzubrechen. Wir haben geschaut, gelauscht, geschmeckt, gerochen, gefühlt und geforscht ohne Rücksicht darauf, was andere gedacht haben. Wir sind wieder aufgestanden, wenn wir hingefallen sind bis wir irgendwann laufen konnten. Kaum etwas konnte unsere Neugier und unseren Forscherdrang stoppen. Wir haben gefragt bis es genervt hat. Wir haben auch mal unangenehme Erfahrungen gemacht, uns weg getan, aber gleichzeitig haben wir uns auch derartig schnell entwickelt und so viel gelernt, wie zu keinem späteren Zeitpunkt mehr. Es wird also (nicht nur aus diesem Grund) höchste Zeit unser inneres Kind, die Neugier und den Experimentierdrang wieder zu  beleben!

Was kannst Du also konkret tun? Auch diesmal habe ich wieder ein paar Empfehlungen und Übungen für Dich, um dich persönlich zu entwickeln und mehr aus Deinem Leben zu machen.

Meine 6 Empfehlungen an Dich sind diesmal folgende:

  1. Unternimm bewusste kleine Schritte über den sogenannten „Tellerrand“ hinaus.
  2. Konzentriere Dich weniger auf die Fehler, die Du machst, sondern darauf, wie Du den Fehler korrigieren kannst, was du daraus lernst und was Du in Zukunft deshalb besser machen kannst.
  3. Trainiere Deine Fähigkeit schnell aus Fehlern zu lernen.
  4. Richte Deinen Blich auf das Positive, dass Du aus der Situation ziehen kannst.
  5. Sei gut zu Dir und verzeihe Dir, wenn etwas nicht nach Deinen Vorstellungen oder den Vorgaben gelaufen ist.
  6. Hab Spaß dabei diesen Prozess zu beobachten und wie Deine Selbstsicherheit gleichzeitig wächst.

 

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Dein Jan-Marco