Eine kleine Scheiter-Story

Vorbemerkung: Heute möchte ich trotz unserer Gewohnheit uns auf das positive im Leben zu konzentrieren mal ein paar Worte über das Scheiter verlieren. Nicht um Mitleid zu sammeln, nicht um Euch runter zu ziehen. Nein, vielleicht sogar um Euch mal auf andere Weise zu motivieren.

Video-Marketing-Buchcover

Heute sollte eigentlich mein erstes Buch „Zum Erfolg mit VIDEOMARKETING“, ein Leitfaden für Unternehmer, wie sie Video optimal für sich und Ihr Unternehmen einsetzen, erscheinen. Es war mir wichtig dieses Titel schnell auf den Markt zu bringen, weil es noch wenig vergleichbare Angebote auf Amazon gibt. Außerdem wollte ich eine weitere Möglichkeit schaffen, dass sich Interessenten zu diesem Thema informieren können bevor sie sich mit mir an die konkrete Umsetzung machen. Aber natürlich wollte ich Kleinunternehmer und Start-Ups ohne große (Video-)Budgets nicht auf der Strecke lassen und auch Wege aufzeigen, wie es auch mit wenig aufwand möglich ist gute Videos zu produzieren. So weit ein ambitioniertes Projekt, dass ich neben meinen vielen anderen Aktivität auch noch unterbringen wollte.

Ich setzte mit ein Ziel, ein Mindestmaß an wichtigem Inhalt und einen Zeitpunkt für die Veröffentlichung, den 1. Juli 2015. Um mich zusätzlich zu motivieren ging ich eine Wette mit einem leiben Freund und Kollegen ein und habe auch mit Bekannten und Familie vorab über das Buch und die Veröffentlichung gesprochen. Der Druck war hoch und meine Motivation groß. Trotzdem sollte es nicht sein. Ich habe mich übernommen, das Projekt ist vorerst gescheitert. Die Wette verloren.

Jetzt gibt es einige Gründe warum es dazu kam. Der wichtigste war, dass weder ich noch die Korrekturleser mit der Qualität zufrieden waren. Gemeinsam mussten wir zu dem Schluss kommen, dass das Buch so noch nicht Marktreif ist. Außerdem fehlten noch die Begleitmaterialien, die ich natürlich auch hätte weglassen können ohne, dass es jemand gemerkt hätte. Aber ich währe nicht zufrieden gewesen.Weitere Details erspare ich Euch an dieser Stelle.

Mein Scheitern möchte ich mit Euch teilen, um den Schmerz zu verarbeiten und um Euch zu zeigen, wie es hinter den Kulissen beim Jan-Marco aussieht, wenn in den sozialen Medien immer alles super ausschaut und draußen die Sonne scheint.

Scheitern gehört auch dazu, Fehler machen und daraus lernen. Ich teile diese Erfahrung, weil ich Euch zeigen möchte, dass ihr nicht alleine seid, wenn Dinge im Leben nicht wie geplant laufen. Meine Mutter meinte relativ trocken zu mir: „Mensch, Junge, Du hast doch sonst immer so gute Tipps, was machst Du jetzt?“ Natürlich wollte ich das in dem Moment nicht hören, aber sie hatte Recht.

Als erstes kommt der Schmerz.

Als erstes tut es immer weh, wenn man gescheitert ist, wenn man sein Ziel nicht erreicht hat. Diese Phase zeichnet sich durch Zorn, Wut oder Trauer aus. Auch, wenn ich das ausdrücklich nicht will, der erste Reflex ist immer die Schuld und Schuldigen im Außen zu suchen. Dei diesem Projekt war ich z. B. sehr enttäuscht von fehlender Unterstützung. Dann heißt es rumschreien, weinen oder sich anderweitig abreagieren. Spazieren gehen hilft mir immer sehr gut oder besser noch eine Runde joggen gehen. Alkohol, Drogen und Zigaretten helfen kurzfristig auch, sind aber grundsätzlich keine gute Idee und daher ausdrücklich nicht zu empfehlen. Ein Boxsack kann auch gut sein oder Schreiben. 😉

Dann kommt das akzeptieren.

Egal, was Du gemacht hast, um Dich abzureagieren, irgendwann musst Du die Situation akzeptieren. Einsehen, dass Du in diesem Moment gescheitert bist. Lass Dir ruhig etwas Zeit um wieder Kraft zu schöpfen. Alles andere hat -zumindest in meinem Fall – eh keinen Sinn.

Früher oder später sollte die Selbstliebe zurückkommen. Die Selbstliebe heißt zu akzeptieren, dassDu ein Ziel nicht erreicht hast, aber das Du deshalb nicht als Person gescheitert. Du erkennst, dass das Scheitern und Lernprozesse einfach zum Leben gehören. Morgen ist auch wieder ein Tag an dem Du alles anders machen kannst. Du kannst Dir wieder eine Chance geben, neue Ziele stecken und das Leben geht weiter. Hast Du Dir verziehen ist alles schon viel leichter und das ist der wichtigste Teil im Prozess.

Jetzt heißt es einen Strich drunter und Bilanz ziehen.

Du hast mehr oder weniger zurück zu Deiner Mitte gefunden, hast erkannt das Scheitern genauso temporär wie Siegen ist, daher hast Du Dir verziehen. Nun solltest Du Bilanz ziehen und Dir bewusst machen, was schief gelaufen ist, wann kam es dazu und warum? Dabei ist es wenig hilfreich die Schuld bei anderen zu suchen. Das hält nur auf. Was Du ändern kannst bist Du und Dein Handeln. Also frage Dich, welche Punkte das Projekt zum Scheitern gebracht haben und was Du in Zukunft anders machen kannst. Meistens ist es bessere Vorbereitung, bessere Planung, mehr zeitlichen Puffer einbauen – wenigstens bei mir ist das so. Weitere wichtige Fragen sind die nach den richtigen Ressourcen und dem richtigen Umfeld. Was kannst Du an Deinem Umfeld ändern, um den Abschluss des Projektes doch noch zu bewerkstelligen oder zukünftige besser abzuschließen. Frage Dich:

  • Brauchst Du mehr Ruhe? Mehr Ordnung und Organisation? Hast Du zu viel Ablenkung um Dich? Ein Computer mit Internetanschluß kann ein nützliches Werkzeug, aber genauso verheerend, sein.
  • Gibt es eine Räumliche Umgebung in der Du vielleicht bessere Ergebnisse erzielen kannst?
  • Brauchst Du andere Menschen um Dich, die Dich mehr unterstützen? Brauchst Du bei Projektteilen (professionelle) Hilfe?
  • Was kannst Du tun um Dich mental zu stärken und Dich in den besten Arbeitsmodus zu versetzen?
  • Kannst Du das Projekt andere strukturieren und den Zeitplan verändern?
  • Hat Dir Wissen und Erfahrung gefehlt, die Du jetzt aber gesammelt hast?
  • Was fällt Dir noch ein, was Du verbessern kannst?

Schließlich geht das Leben weiter.

Nun hast Du die drei Phasen des Scheitern durchlebt und kannst das Projekt doch noch zum Abschluss bringen, vielleicht sogar mit einem besseren Endergebnis.

Natürlich geht das nicht immer so schnell und einfach, wie das jetzt hier vielleicht rüber kommt, dann wiederholte die einzelnen Schritte so oft bis Du für den nächsten bereit bist. Doch vergiss die Selbstliebe nicht dabei und versuche Dir selbst, wie auch anderen immer wohlwollend und verzeihend zu begegnen.

Wenn Du ähnliche Erfahrungen gerade durchmachst, dann wünsche ich Dir dafür alle nötige Kraft und viel (Selbst-)Liebe.

Und wie geht es jetzt bei mir weiter?

Ich werde mir mehr Zeit für das Buch geben, um den maximalen Nutzen für die Leser hinein zu packen und eine gute Qualität zu gewährleisten. Damit ist die Veröffentlichung auf unbekannt verschoben, aber ich halte mich ran. Desweiteren werde ich in Zukunft für mehr Ruhe und weniger Ablenkung bim Schreiben sorgen. Ich werde besser planen und mir wenn nötig früher Unterstützung suchen. Ich werde von den gesammelten Erfahrungen profitieren.

Und jetzt geht es wieder mit besserer Laune zurück an die Arbeit.

Dein Feedback ist mir und uns wichtig!

Ich würde mich sehr freuen, wenn Du hier Deine Meinung und Deine Erfahrungen mit uns teilst. Dann können alle Leser davon profitieren. Alternativ kannst Du mir natürlich auch Deine Gedanken und Rückmeldungen an jm@gessinger.net senden.

Dir hat dieser Artikel gefallen und Du glaubst andere können auch davon profitieren, dann teile diesen Artikel bitte in den sozialen Medien und mit Deinen Freunden und Bekannten. Vielen Dank in Voraus.

Es grüßt Dich

Dein Jan-Marco

Eine Antwort auf „Eine kleine Scheiter-Story“

  1. Hallo Marco, Scheitern gehört zum Leben, es ist ein Lernprozess. Alle sind wir schon gescheitert. Es fängt an, nachdem wir krabbeln konnten, stehen wir auf, damit wir laufen lernen. Was passiert? Du fällst immer wieder hin – und stehst immer wieder auf, bis zu sicher auf deinen Beinen stehen und laufen kannst. – Auf unbestimmte Zeit das Fertigstellen zu verschieben, ist meiner Meinung nach aber keine gute Idee. Setz dir ein neues realistischeres Ziel.
    Liebe Grüße
    Barbara Rettel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.